Studie: Engagierte Väter stärken die Beziehung zu Teenagern

Nima

Vater mit Sohn

Väter sind für die Entwicklung ihrer Kinder von großer Bedeutung, besonders während der Jugendphase. Erste Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, dass das Erziehungsverhalten von Vätern entscheidend für die Qualität der Vater-Kind-Beziehung ist. Vor allem eine starke Familienorientierung wirkt sich bei jüngeren Jugendlichen positiv aus. Nach repräsentativen Daten verbringen Männer im Durchschnitt täglich rund 1,5 Stunden mit ihren Kindern. Auffällig ist außerdem: Junge Erwachsene bewerten die Beziehung zu ihrem Vater besonders häufig als sehr gut, wenn dieser in ihrer Kindheit zugehört und aktiv das Gespräch gesucht hat. Die Zwischenergebnisse stammen aus dem Forschungsprojekt „Vaterschaft im Wandel“, das von Professorin Dr. Johanna Possinger von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg geleitet und von der Stiftung Ravensburger Verlag gefördert wird.

Rund um den Vatertag rückt damit eine prägende Beziehung im Leben vieler Kinder in den Fokus. Während Männer ihre Kinder im Schnitt zwischen einer und drei Stunden täglich betreuen, liegt dieser Wert bei Frauen etwa doppelt so hoch. Dennoch zeigt sich, dass Väter mit zunehmendem Alter der Kinder wichtiger werden. Gerade in der Jugendphase sind sie als Gesprächspartner, Orientierungspersonen und emotionale Stütze besonders gefragt. Dr. Claudia Zerle-Elsäßer vom Deutschen Jugendinstitut in München erläuterte, dass Eltern in dieser Lebensphase eine neue Balance finden müssten, weil Jugendliche mehr Selbstständigkeit wollten, zugleich aber weiterhin Unterstützung und Orientierung benötigten. Väter hätten dabei eine wichtige Rolle.

Gespräche und emotionale Nähe verbessern die Beziehung

Die Studie macht deutlich, dass häufige Gespräche die Beziehung zwischen Vater und Kind deutlich stärken. 67 Prozent der Kinder, deren Väter nach eigener Einschätzung sehr viel mit ihnen sprechen, bewerten die Beziehung zu ihnen als sehr gut. Das ist ein deutlicher Unterschied zu Jugendlichen, deren Väter selten das Gespräch suchen. Bei jungen Erwachsenen fällt der Zusammenhang in der Rückschau auf die Kindheit sogar noch stärker aus. 82 Prozent von ihnen beschreiben die Beziehung zu ihrem Vater als sehr gut, wenn dieser damals offen für Gespräche war. Fehlt diese Gesprächsbereitschaft, sinkt der Anteil auf nur noch 7 Prozent. Für die Forschenden ist damit klar, dass kindzentrierte Kommunikation der wichtigste Einflussfaktor auf die Qualität der Vater-Kind-Beziehung ist.

Auch emotionale Wärme wirkt sich positiv aus. Die Daten zeigen, dass Kinder ein offenes, wertschätzendes und positives Erziehungsverhalten mit einer höheren Bedeutung des Vaters in ihrem Leben verbinden. Wenn Väter emotional zugewandt auftreten, stärkt das spürbar die Bindung.

Familienorientierung wird von Jugendlichen besonders positiv wahrgenommen

Ein weiterer Befund der Studie: Jugendliche nehmen es sehr positiv wahr, wenn Väter ihre Familie sichtbar über berufliche Interessen stellen. 82 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, deren Väter die Vorstellung gut fanden, beruflich zumindest bis zum Schuleintritt der Kinder kürzerzutreten, berichten von einer sehr guten Beziehungsqualität. Dr. Claudia Zerle-Elsäßer fasste diesen Zusammenhang dahin gehend zusammen, dass engagierte Vaterschaft sich auszahle.

Forschungsprojekt untersucht Väter von Teenagern genauer

An dem Zwischenbericht arbeitet seit April 2025 ein Forschungsteam des Deutschen Jugendinstituts unter der Leitung von Dr. Claudia Zerle-Elsäßer. Grundlage ist die Auswertung repräsentativer Datensätze aus den Jahren 2009 bis 2023. Dabei wurde das DJI-Panel „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ erstmals gezielt mit Blick auf Väter von Jugendlichen untersucht. Diese Sekundärdatenanalyse bildet die Basis für den qualitativen Teil der Studie. Parallel dazu führen Forschende der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg unter Leitung von Professorin Dr. Johanna Possinger Interviews mit Vätern und Jugendlichen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie in Familien über gesellschaftliche Themen gesprochen wird und welche Rolle Väter dabei übernehmen. Untersucht werden soll auch, wie väterliche Care-Arbeit und politische Bildung zusammenhängen. Professorin Possinger betonte in diesem Zusammenhang, dass Familien der erste Ort seien, an dem Kinder lernten, ihre Meinung zu äußern, Konflikte auszuhandeln und unterschiedliche Perspektiven zu verstehen. Wenn Väter sich aktiv einbringen und Gespräche führen, stärke das nicht nur die Beziehung zu ihren Kindern, sondern auch demokratische Kompetenzen. Das Forschungsprojekt läuft bis 2027 und wird von der Stiftung Ravensburger Verlag mit 160.000 Euro unterstützt.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stiftung Ravensburger Verlag/Veröffentlicht am 04.05.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.