Für viele Lehrkräfte in Deutschland wird es immer schwieriger, im Unterricht eine gute Lernatmosphäre aufrechtzuerhalten. Laut dem aktuellen Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung ist das Verhalten der Schülerinnen und Schüler inzwischen die größte Belastung im Berufsalltag. 46 Prozent der befragten Lehrkräfte nennen diesen Punkt als ihr zentrales Problem. Damit ist der Wert erneut gestiegen, nachdem er 2024 noch bei 35 Prozent und 2025 bei 42 Prozent lag.
Hinter den Schwierigkeiten im Klassenzimmer steckt laut Studie mehr als bloße Disziplinlosigkeit. Viele Kinder und Jugendliche tun sich schwer damit, sich in Gruppen einzufügen oder sich überhaupt zum Lernen zu motivieren. Lehrkräfte sehen sich deshalb zunehmend in der Rolle, nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern auch soziale und persönliche Kompetenzen zu stärken. Dazu gehören etwa Einfühlungsvermögen, Selbstorganisation und kritisches Denken.
Die Bereitschaft dazu ist groß. 82 Prozent der Befragten würden sich in diesem Bereich gern weiterbilden. Gleichzeitig fühlt sich mehr als ein Drittel mit dieser Aufgabe weitgehend allein gelassen. Die Robert Bosch Stiftung sieht darin ein deutliches Signal, Schulen breiter aufzustellen. Neben Lehrkräften brauche es mehr Sozialarbeiterinnen, Schulpsychologen, Verwaltungskräfte und IT-Fachleute, damit sich Lehrerinnen und Lehrer wieder stärker auf ihren eigentlichen Kernauftrag konzentrieren können.
Auch bei der Demokratiebildung zeigt die Studie deutliche Spannungen. Fast jede zweite Lehrkraft ist der Meinung, dass die eigene Schule in diesem Bereich mehr tun sollte. An Schulen in sozial schwierigen Lagen ist dieser Wunsch noch stärker ausgeprägt. Als Gründe nennen viele fehlende Zeit und zu wenig Fachwissen im Kollegium.
Zugleich zeigt die Befragung, dass viele Lehrkräfte beim Umgang mit politischen Äußerungen im Unterricht verunsichert sind. 18 Prozent fühlen sich durch ein vermeintliches Neutralitätsgebot gehemmt. 27 Prozent glauben sogar, sie dürften ihre politische Meinung im Unterricht grundsätzlich nicht äußern. Die Stiftung betont, dass Schule ein Ort sei, an dem Demokratie nicht nur vermittelt, sondern auch erlebt werden müsse. Lehrkräfte bräuchten dafür Klarheit über ihre Rolle sowie Rückhalt durch Schulleitungen, Behörden und geeignetes Material.
Ein weiterer Schwerpunkt des Schulbarometers liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. KI ist in vielen Lehrerzimmern inzwischen fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Der Anteil der Lehrkräfte, die mehrmals pro Woche mit KI arbeiten, hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und liegt nun bei 25 Prozent. Besonders häufig nutzen sie KI bei der Erstellung von Aufgaben und bei der Unterrichtsplanung. Fast die Hälfte fühlt sich mittlerweile sicher im Umgang mit den Anwendungen. Trotzdem bleibt der Wunsch nach Unterstützung groß. 52 Prozent der Befragten wünschen sich Fortbildungen zu diesem Thema.
Trotz einer insgesamt hohen beruflichen Zufriedenheit zeigt die Studie auch eine anhaltend hohe Wechselbereitschaft. 83 Prozent der Lehrkräfte geben an, mit ihrem Beruf grundsätzlich zufrieden zu sein. Gleichzeitig sagt etwas mehr als ein Viertel, den Beruf aufgeben zu wollen, wenn sich eine Alternative bieten würde. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch an Grundschulen sowie an Haupt-, Real- und Gesamtschulen.
Das Deutsche Schulbarometer 2026 macht damit deutlich, dass Lehrkräfte weit über den klassischen Fachunterricht hinaus gefordert sind. Sie brauchen nicht nur mehr Unterstützung im Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen, sondern auch mehr Sicherheit bei Demokratiebildung und gezielte Begleitung beim Einsatz neuer Technologien.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Robert Bosch Stiftung GmbH/Veröffentlicht am 23.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.
- Tarifdaten helfen bei der Berufswahl - 20. Juli 2026
- Industriemeister: Förderung senkt Weiterbildungskosten - 20. Juli 2026
- NRW bildet eigene Verfassungsschützer aus - 16. Juli 2026






