Naturpädagogik braucht klare gesetzliche Anerkennung

Nima

Marder

Kinder, die regelmäßig Zeit in der Natur verbringen, zeigen nachweislich eine bessere Konzentrationsfähigkeit, mehr Kreativität und eine stabilere Gesundheit. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen diese Zusammenhänge. Naturpädagogische Angebote, wie sie von der Deutsche Wildtier Stiftung unterstützt werden, wirken als Ausgleich zu einem stark technisierten Alltag und der hohen Reizdichte, der viele Kinder ausgesetzt sind. Gleichzeitig helfen sie, einer zunehmenden Entfremdung von der Natur entgegenzuwirken. Dennoch fehlt es bislang an einer bundesweit einheitlichen gesetzlichen Anerkennung dieser Bildungsform.

Naturpädagogik umfasst vielfältige, ganzheitlich ausgerichtete Bildungs- und Erfahrungsangebote für Kinder. Dazu zählen insbesondere Wald- und Naturkindergärten, die Naturverständnis, körperliches Wohlbefinden, soziale Teilhabe und wichtige Zukunftskompetenzen fördern. Trotz der belegten positiven Effekte existieren in Deutschland derzeit nur rund 3.000 solcher Einrichtungen, was weniger als fünf Prozent aller Kindertageseinrichtungen entspricht. Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass Naturkindergärten aufgrund ihrer offenen Strukturen andere Rahmenbedingungen benötigen als klassische Einrichtungen. Dazu gehören spezifische Anforderungen an Ausstattung und Qualifikation des Personals. In den meisten Bundesländern sind diese Besonderheiten jedoch rechtlich nicht eindeutig geregelt. Eine gesetzliche Verankerung wäre notwendig, um Trägern und Fachkräften Planungssicherheit zu geben und Neugründungen sowie den dauerhaften Betrieb zu erleichtern.

Aus Sicht der Stiftung wird deutlich, dass viele behördliche Vorgaben an geschlossenen Betreuungseinrichtungen ausgerichtet sind und sich nur schwer auf naturpädagogische Konzepte übertragen lassen. Auch der Zugang zu Fördermitteln gestaltet sich häufig schwierig. Der Naturpädagoge Tobias Raudonat macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass naturpädagogische Einrichtungen klar anerkannt und durch passende gesetzliche Rahmenbedingungen in allen Bundesländern abgesichert werden müssten. Naturpädagogik solle nicht als Randerscheinung behandelt werden, sondern als fester Bestandteil frühkindlicher Bildung und gesellschaftlicher Bildungsprozesse gelten.

Um dieses Ziel zu unterstützen, arbeitet die Stiftung bundesweit eng mit Natur- und Waldkindergärten zusammen. Zweimal im Jahr kommen Vertreter der sogenannten Patenkindergärten gemeinsam mit der Stiftung zu einem Dialogforum zusammen. Dort werden Erfahrungen geteilt und neue Ansätze entwickelt. Ein solches Treffen fand zuletzt im November in Hamburg statt.

Zusätzlich setzt sich die Stiftung mit verschiedenen Projekten gezielt für die Naturbildung von Kindern ein. Dazu gehört unter anderem das Patenförsterprojekt „Schule im Wald®“, das Berliner Grundschulklassen ermöglicht, regelmäßig einen Unterrichtstag im Wald zu verbringen. Darüber hinaus werden pädagogische Fachkräfte durch Fort- und Weiterbildungsangebote im Bereich der Naturpädagogik unterstützt.

Weitere Informationen zur Naturbildung bei der Deutschen Wildtier Stiftung:
https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturbildung/leitbild

Weitere Informationen zum Patenkindergärten-Netzwerk:
www.DeutscheWildtierStiftung.de/Naturbildung/Patenkindergaerten

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutsche Wildtier Stiftung/Veröffentlicht am 04.12.2025