Karlsruher Mathe Sommer begeistert Kinder und stärkt Selbstvertrauen

Nima

Kind Mathematik

Mit einem eigens komponierten Lied startete am Montag der fünfte Karlsruher Mathe Sommer an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA). Zum Auftakt wurden rund einhundert Schülerinnen und Schüler begrüßt, die in dieser Woche vormittags jeweils drei Stunden lang teilnehmen.

Mathematik neu entdecken

Das von Mathematikdidaktiker Prof. Sebastian Wartha entwickelte Format unterstützt Kinder dabei, sich vom zählenden Rechnen zu lösen. Es fördert das Verständnis für den Stellenwert, vermittelt Rechenstrategien für Addition und Subtraktion und erleichtert den Zugang zum Kleinen Einmaleins. Ziel ist es, tragfähige Zahlvorstellungen aufzubauen.

Angesprochen sind Kinder, die nach den Sommerferien die zweite, dritte oder vierte Klasse besuchen. In diesem Jahr bewarben sich 200 Kinder auf die 100 verfügbaren Plätze. Vorab führten Mitarbeitende der PHKA-Beratungsstelle Rechenstörungen gemeinsam mit Lehramtsstudierenden rund 160 Diagnosegespräche.

Praxisnahe Erfahrung für Studierende

Insgesamt 18 Lerngruppen wurden gebildet, in denen jeweils zwei PHKA-Studierende mit maximal sechs Kindern arbeiten. Die Studierenden hatten sich zuvor im Rahmen von Lehrveranstaltungen für das Projekt qualifiziert. Sie erhalten dadurch die Möglichkeit, ihr Wissen aus der Mathematikdidaktik in der Praxis umzusetzen und zugleich organisatorische wie methodische Kompetenzen zu erweitern.

Unterstützung durch Expertise-Kinder

Neben rund 40 Studierenden und sechs Supervisions-Lehrkräften sind auch 13 sogenannte Expertise-Kinder eingebunden. Diese Kinder, die besonders gut erklären können, unterstützen ihre jüngeren Mitschülerinnen und Mitschüler beim Lernen. Die Idee dazu entstand in Zusammenarbeit zwischen Prof. Wartha und der Mathelehrerin Corinna Forcher. Beide hoben hervor, dass diese Kinder durch ihre kognitive Empathie und ihre kreativen Ansätze einen besonderen Beitrag leisten.

Ein Beispiel ist die zwölfjährige Hannah, die bereits zum dritten Mal dabei ist. Sie nutzt etwa ihre eigenen Armbänder, um Plus- und Minusaufgaben anschaulich zu erklären. Ihre ehemalige Lehrerin hatte sie für diese Rolle vorgeschlagen. Hannah möchte später selbst Mathelehrerin werden und plant, auch beim nächsten Mathe Sommer wieder mitzuwirken.

Positive Wirkung auf Kinder und Eltern

Die Rückmeldungen der Eltern aus dem Vorjahr zeigen eine große Zufriedenheit. Mehr als die Hälfte bewertete das Angebot mit der Schulnote „sehr gut“, und über die Hälfte gab an, dass ihre Kinder deutlich profitiert hätten. Besonders hervorzuheben ist, dass 81 Prozent eine Steigerung des mathematischen Selbstvertrauens bei ihren Kindern bemerkten. Knapp 40 Prozent berichteten zudem von einer deutlich positiveren Einstellung zur Mathematik.

Für Prof. Wartha bestätigt sich damit, dass das Konzept den Kindern auf Augenhöhe begegnet und ihnen vermittelt, dass sie etwas leisten können – genau dort, wo sie gerade stehen.

Weitere Informationen sowie das eigens komponierte Mathe Sommer-Lied, das in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kai Koch vom Institut für Musik entstanden ist, sind auf ph-ka.de/kms zu finden.

Über die Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe (PHKA) ist eine bildungswissenschaftliche Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht. Rund 220 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betreuen etwa 3.400 Studierende. Im Fokus stehen Bildung in der demokratischen Gesellschaft, digitale Bildungsprozesse und MINT in einer Kultur der Nachhaltigkeit. Neben Lehramtsstudiengängen bietet die Hochschule Bachelor- und Masterprogramme für weitere Bildungsfelder sowie berufsbegleitende Weiterbildungen mit enger Verbindung von Forschung und Praxis an. Weitere Informationen: ph-karlsruhe.de.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Pädagogische Hochschule Karlsruhe/ Veröffentlicht am 11.09.2025