Digitale Verantwortung als gelebte Bildungspraxis: DigitalSchoolStory in der CDR-Initiative

Nima

lehrerin erklärt einem schüler etwas am tablet-pc

DigitalSchoolStory ist seit Frühjahr 2025 Entwicklungspartnerin der Corporate Digital Responsibility-Initiative (CDR-Initiative). Gemeinsam mit der Geschäftsstelle entwickelt die gemeinnützige Bildungsorganisation ihren individuellen CDR-Pfad auf Basis des Reifegradmodells. Damit verdeutlicht die Initiative: Medienkompetenz und digitale Verantwortung gehören fest in den Unterricht und sollen nicht nur theoretisch, sondern im Alltag erlebbar vermittelt werden.

Von Medienkompetenz zu gelebter Verantwortung

Die Bildungsorganisation macht Jugendlichen digitale Themen auf besondere Weise zugänglich: Lerninhalte werden in kurze Videos im Social-Media-Format übersetzt. Schülerinnen und Schüler erfahren dabei unmittelbar, wie digitale Plattformen funktionieren – welche Daten- und Anreizsysteme hinter sozialen Netzwerken stehen, welche Chancen und Risiken mit öffentlicher Sichtbarkeit verbunden sind und weshalb kritische Reflexion zu einer Schlüsselkompetenz im digitalen Raum wird. Auf diese Weise lernen sie nicht nur kreative Mediennutzung, sondern auch, ihre informationelle Selbstbestimmung wahrzunehmen und Verantwortung zu übernehmen.
Nach Einschätzung der Geschäftsführung von DigitalSchoolStory ermöglicht dieser Ansatz jungen Menschen, durch kreatives Storytelling die Mechanismen sozialer Medien zu durchdringen und dadurch digitale Selbstbestimmung zu entwickeln – ein zentrales Element gelebter digitaler Verantwortung.

Thematische Schwerpunkte der Partnerschaft

Im Rahmen eines Workshops mit der Geschäftsstelle der CDR-Initiative wurden vier Kernfelder definiert, die den CDR-Gedanken konkret verankern:

  • Einbindung in die Projektarbeit: Themen wie Inklusion und Bildung aus dem CDR-Kodex werden in die Praxis übertragen. So führt DigitalSchoolStory Projekte an Förderschulen oder mit Jugendlichen mit Fluchterfahrung durch. Niedrigschwellige Zugänge zu digitalen Medien schaffen dabei Chancengerechtigkeit.

  • Technologieeinsatz mit Verantwortung: Mechanismen sozialer Medien werden transparent gemacht. Fragen zu Datenschutz, Urheberrecht und Datenumgang sind fest in den Projekten integriert. Technologien werden so eingesetzt, dass sie ethischen und transparenten Standards entsprechen.

  • Entwicklung gesellschaftlich relevanter Themen: Projekte setzen bewusst auf Zukunftsfragen wie Demokratiebildung („Demokratielust statt Demokratiefrust“), Werteorientierung, digitale Sicherheit („Das Netz als sicherer Ort“) oder Berufsorientierung.

  • Kontinuierlicher Verbesserungsprozess: Alle Projekte werden systematisch reflektiert. Verbesserungspotenziale werden dokumentiert, Trends aktiv beobachtet und Maßnahmen in enger Abstimmung mit Geschäftsführung und externer Expertise umgesetzt.

Auch die Geschäftsstelle der CDR-Initiative betont, dass DigitalSchoolStory den CDR-Gedanken praxisnah und gesellschaftlich relevant lebe: Medienkompetenz werde hier nicht nur vermittelt, sondern aktiv erfahrbar gemacht.

Ziel und Bedeutung der CDR-Initiative

Die Corporate Digital Responsibility-Initiative verfolgt das Ziel, digitale Verantwortung in allen Branchen als festen Bestandteil von Organisationen zu etablieren. Gegründet wurde sie 2018 durch das damalige Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gemeinsam mit Unternehmen. Nach einem Wechsel der Zuständigkeit liegt die Verantwortung seit 2025 wieder beim BMJV. Herzstück ist der CDR-Kodex mit fünf Handlungsfeldern – darunter Datenschutz, Bildung, Inklusion, Klima- und Ressourcenschutz sowie Mitarbeitenden-Beteiligung.
Organisationen können ihren Status mithilfe des CDR-Quick-Checks prüfen und daraus konkrete Maßnahmen ableiten.

DigitalSchoolStory ist die erste gemeinnützige Organisation in dieser Entwicklungspartnerschaft und zeigt, wie CDR wirksam in Bildungskontexten umgesetzt werden kann. Das Team hebt hervor, dass Bildung, die junge Menschen befähigt, sich sicher und kritisch in der digitalen Welt zu bewegen, eine Grundlage für gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit sei. Mit dem CDR-Pfad wolle man Bildungsimpulse setzen, die weit über den Unterricht hinauswirken.

Ein Lernweg, kein Einzelprojekt

Die CDR-Entwicklungspartnerschaft bietet Organisationen einen strukturierten Rahmen, um ihre digitalen Geschäftsmodelle verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Dabei ist der Ansatz praxisorientiert: Egal ob erste Schritte, einzelne Themenfelder oder die nächste Entwicklungsstufe – CDR wird als fortlaufender Lern- und Entwicklungsweg verstanden, der langfristig zum Erfolgsfaktor wird.

Über DigitalSchoolStory

Seit 2020 befähigt die DigitalSchoolStory gGmbH Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 13 sowie Studierende, Lerninhalte kreativ in kurzen Videos im Stil von TikTok oder Reels umzusetzen. Mit dieser Methode werden Medienkompetenz und 4K+ Kompetenzen (Kreativität, Kommunikation, kritisches Denken und Kollaboration) gefördert. Zudem stärkt sie demokratische Teilhabe und Ausdrucksfähigkeit.
Eingesetzt wird die Methode an Schulen, Berufsschulen und Hochschulen. Eine wissenschaftliche Evaluation durch das Fraunhofer-Institut FIT bestätigt ihre Wirksamkeit. 2023 wurde die Organisation mit dem Corporate Digital Responsibility Award ausgezeichnet und ist Bundespreisträger im startsocial-Wettbewerb 2023/24. Seit 2025 stehen Dr. Fabian Mehring, Bayerischer Digitalminister, und Jutta Croll, Vorstand der Stiftung Digitale Chancen, als Schirmherr und Schirmherrin für die zentralen Wirkungsfelder: digitale Bildung und Kinderrechte im digitalen Raum.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von DigitalSchoolStory gUG/ Veröffentlicht am 29.09.2025