Schreibwettbewerb in Hessen würdigt junge Zukunftsideen
Im Museum Wiesbaden sind 100 hessische Schülerinnen und Schüler für ihre handgeschriebenen Briefe zum Thema „Zukunft“ ausgezeichnet worden. Beim 8. Schülerschreibwettbewerb der Stiftung Handschrift gingen erneut rund 9.500 Einsendungen ein. Teilnehmen konnten Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klassen aller Schulformen.
In ihren Briefen schilderten die Kinder und Jugendlichen sehr persönliche Vorstellungen davon, wie die Welt in zehn, 20 oder 50 Jahren aussehen könnte. Dabei entstanden hoffnungsvolle, friedliche und nachhaltige Zukunftsbilder. Eine Schülerin aus Königstein schrieb etwa, dass sie trotz aller Probleme die Hoffnung auf eine gute Zukunft nicht verlieren wolle. Eine Teilnehmerin aus Bad Homburg entwarf die Vorstellung einer Welt ohne Kriege, in der Gespräche, Musik und gemeinsame Lösungen im Mittelpunkt stehen. Zora aus Darmstadt beschrieb eine Zukunft, in der Kinder draußen zusammen spielen, Tiere und Pflanzen geschützt werden und jeder Mensch frei lieben kann.
Zukunft auf höchstens zwei Seiten
Die Aufgabe bestand darin, auf maximal zwei Seiten zu formulieren, wie Städte, Dörfer, Schulen und Arbeitswelten künftig aussehen könnten. Auch Fragen nach technischen Neuerungen und nach dem eigenen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft spielten eine Rolle. Gleichzeitig hatten die Schülerinnen und Schüler viel Raum, ihre ganz eigenen Zukunftsbilder zu entwerfen.
Eine Fachjury wählte anhand festgelegter Kriterien schließlich 100 Briefe aus. Die jungen Autorinnen und Autoren wurden am 24. April im Rahmen eines Festakts im Museum Wiesbaden geehrt. Lehrkräfte, Eltern, Geschwister sowie Freundinnen und Freunde begleiteten die Veranstaltung und würdigten die ausgezeichneten Leistungen mit großem Applaus.
Junge Perspektiven mit Weitblick
Raoul Kroehl, Geschäftsführer der Stiftung Handschrift, begrüßte die Gäste und hob die große thematische Bandbreite der eingereichten Texte hervor. Er erklärte, dass die Briefe so individuell seien wie die Handschriften selbst. Zugleich machte er deutlich, dass viele Kinder und Jugendliche nicht nur ihre Zukunftswünsche formulierten, sondern auch gesellschaftliche Schwächen benannten und konkrete Verbesserungsvorschläge machten, etwa mit Blick auf den Klimaschutz oder auf mehr Mitbestimmung. Diese Perspektiven seien keineswegs naiv, sondern häufig bemerkenswert vorausschauend und deshalb eine wertvolle Bereicherung für aktuelle Entscheidungen.
Handschrift bleibt auch im digitalen Zeitalter wichtig
Die Moderation der Preisverleihung übernahm erneut Rose-Lore Scholz, ehemalige Wiesbadener Dezernentin für Schule, Kultur und Integration. Unterstützt wurde sie auch in diesem Jahr von Kinderreportern, die bereits bei früheren Wettbewerben ausgezeichnet worden waren. Sie stellten den Gästen auf der Bühne Fragen, darunter auch dem hessischen Kultusminister Armin Schwarz.
Er betonte, dass das Schreiben mit der Hand auch in einer digitalen Welt große Bedeutung habe. Es fördere wichtige Fähigkeiten wie Motorik, Sprachverständnis und Konzentration. Deshalb werde der Erwerb der Handschrift im Hessischen Kultusministerium weiterhin als wichtiger Bestandteil des Deutschunterrichts verstanden.
Christian Boehringer, Vorsitzender des Stiftungsrates, erläuterte, dass die Stiftung mit ihrem Engagement nicht nur die Schülerinnen und Schüler ansprechen wolle. Auch Lehrkräfte sollten dafür sensibilisiert werden, der Handschrift im Schulalltag wieder mehr Raum zu geben. Ziel sei es, das Schreiben mit der Hand bewusster zu fördern und neue Modelle für seine Stärkung im Unterricht zu entwickeln.
Ein Festakt mit Einblicken in den Schulalltag
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung berichteten Schülerinnen und Schüler in Video-Interviews davon, wie ihre Briefe entstanden sind. Dabei wurde deutlich, dass sie trotz vieler gegenwärtiger Herausforderungen mit Neugier und Zuversicht an das Thema Zukunft herangegangen sind. Drei der ausgezeichneten jungen Talente lasen ihre Briefe anschließend live vor. Die Texte richteten sich an Noah, Henry und an die Gegenwart.
In einem Gespräch mit Raoul Kroehl schilderten Lehrkräfte aus Hessen zudem ihre Erfahrungen aus dem Unterricht. Sie berichteten, dass viele Kinder im Zeitalter von KI, Smartphones und Tablets kaum noch mit dem klassischen Briefeschreiben vertraut seien. Gerade deshalb habe das Projekt eine besondere Bedeutung. Im Unterricht hätten viele Schülerinnen und Schüler jedoch schnell Freude an dieser Form des Schreibens entwickelt.
Die prämierten Texte sind inzwischen in einem hochwertig gestalteten Buch veröffentlicht worden. Ergänzt wird es durch Gastbeiträge zum Thema, unter anderem von Dr. Jessica Bönsch von der Stiftung Jugend forscht sowie vom Zukunftsforscher und Autor Tristan Horx.
Musikalische Beiträge runden die Veranstaltung ab
Auch musikalisch bot der Festakt ein besonderes Programm. Neo, Gewinner von „The Voice Kids“ 2025, verlieh der Feier mit dem Song „One Moment in Time“ eine festliche Atmosphäre. Zudem spielte das Streicher-Ensemble „Leibniz-Strings“ der Leibnizschule Wiesbaden eine Instrumentalversion von „The Fate of Ophelia“ von Taylor Swift.
Stiftung Handschrift setzt auf langfristige Förderung
Die Stiftung Handschrift möchte gemeinsam mit Schulen Anlässe schaffen, bei denen das Schreiben mit der Hand und seine Vorteile stärker in den Fokus rücken. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, eine flüssige und gut lesbare Handschrift zu entwickeln und dadurch mehr Freude am handschriftlichen Schreiben zu gewinnen. Gleichzeitig soll ihnen vermittelt werden, wie wichtig diese Fähigkeit für den schulischen Erfolg und den späteren Berufsweg sein kann.
Aktuelle Umfragen zeigen nach Angaben der Stiftung, dass sich viele Kinder und Jugendliche selbst eine bessere Handschrift wünschen, dabei jedoch Unterstützung benötigen. Deshalb hat die Stiftung neben dem jährlichen Schreibwettbewerb auch das Projekt der Schreibpatinnen und Schreibpaten ins Leben gerufen. Dabei helfen ältere Schülerinnen und Schüler bereits in der Grundschule Jüngeren dabei, ihre Handschrift zu üben und zu verbessern. Begleitet wird dieses Projekt von Tutorinnen und Tutoren. Die Stiftung Handschrift arbeitet dabei eng mit dem hessischen Kultusministerium zusammen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stiftung Handschrift/Veröffentlicht am 24.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.
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